Jan Merta: The Volunteer

28.01.–05.03.2022

Jan Merta
The Volunteer, Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2022
Foto: kunstdokumentation.com

Jan Merta
The Volunteer, Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2022
Foto: kunstdokumentation.com

Jan Merta
The Volunteer, Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2022
Foto: kunstdokumentation.com

Jan Merta
The Volunteer, Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2022
Foto: kunstdokumentation.com

Jan Merta
The Volunteer, Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2022
Foto: kunstdokumentation.com

Jan Merta
School Trip II, 2018–2019
Öl auf Leinwand
65 x 50 cm

Jan Merta
Břehy / Shores, 2020–2021
Acryl auf Leinwand
115 x 195 cm

Jan Merta
Dobrovolník / The Volunteer, 2021
Acryl auf Leinwand
300 x 195 cm

Jan Merta
Strmý břeh II / Sheer Shore II, 2021
Acryl auf Leinwand
135 x 110 cm

Jan Merta
Nábor (Praporečnice) / Recruitment (Female Flag Bearer), 2021
Acryl auf Leinwand
263 x 165 cm

Jan Merta
Strmý břeh / Sheer Shore, 2019–2021
Acryl auf Leinwand
185 x 125 cm

Jan Merta
Blesk v ateliéru II / A Lightning in the Studio II, 2020
Acryl auf Leinwand
145 x 160 cm

Jan Merta
Temný výboj v depozitáři / Dark Discharge in the Depositary, 2018–2019
Öl auf Leinwand
65 x 50 cm

Jan Merta
Na pláni paměti / On the Plain of Memory, 2018–2019
Öl auf Leinwand
65 x 50 cm

Jan Merta
Lampa II / Lamp II, 2016–2020
Acryl auf Leinwand
105 x 190 cm

Jan Merta
Lampa II / Lamp II, 2016–2020
Acryl auf Leinwand
105 x 190 cm

Ausstellungsbeginn: Donnerstag, 27. Jänner 2022, 16–20 Uhr 
Dauer der Ausstellung: 28. Jänner bis 05. März 2022 

Die Galerie Martin Janda zeigt von 28. Jänner bis 05. März 2022 die vierte Einzelausstellung des renommierten tschechischen Malers Jan Merta.

Jan Mertas Malerei erprobt die Grenzen zwischen figurativer Darstellung und Abstraktion, bei der jeweils ein Thema oder Sujet aufgegriffen und in eine minimale Formensprache übertragen wird. Der Versuch, das Wesentliche darzustellen gilt als Prämisse für den renommierten Künstler, der in den 1980er Jahren an der Kunstakademie in Prag sozialisiert wurde.

Unter dem Titel The Volunteer zeigt Jan Merta in seiner vierten Einzelausstellung in der Galerie Martin Janda neue Arbeiten, die um das Dispositiv der Macht kreisen. Der Titel der Ausstellung bildet gleichzeitig den Titel einer Arbeit, bei der ein Helm auf einer Mauer zu sehen ist. Dieser markiert den Aufbruch ins Ungewisse und verweist auf gegenwärtige Krisenherde. Präsenz und Absenz als Gegenpole bedingen einander in jedem von Mertas Bildern. Während in diesem Bild keine konkrete Person zu sehen ist, zeigt Recruitment das Gesicht einer Frau mit Helm. Die schillernden Farben des Stahlhelms erinnern gleichzeitig an einen bunten Damenhut. Dieser Gegensatz wird durch die Pop-inspirierte Farbpalette einer Werbeästhetik hervorgerufen, die Aspekte von Schönheit aufgreift, diese inhaltlich jedoch konterkariert.

Auf den ersten Blick ist Mertas Malerei von einer lyrischen und poetischen Qualität geprägt, die bei genauerer Betrachtung Unbehagen hervorruft und zu einer eingehenden Kontemplation anregt. Die Arbeiten eröffnen einen Raum, der thematische Verweise schafft und das eigentliche Geschehen außerhalb der Bildoberfläche stattfinden lässt. So wird etwa der Militärhelm als Trope von Merta in vielen seiner Bilder aufgegriffen. Weiters bilden Fels und Brandung, Küste sowie der unendliche Horizont am Meer immer wiederkehrende Elemente, die Verunsicherung und Gefahr mit sich bringen. Letzteres zeigt sich in einer Serie an Bildern, die mit Sheer Shore betitelt sind, wobei die überbordenden Felsen in kubistischer Manier zerlegt werden und wie mehrfarbige Prismen aussehen. Nur in dem Bild School Trip II erscheint ein überdimensionaler grauer Felsen, der bedrohlich über einer Gruppe von SchülerInnen ragt und diese wie Miniaturfiguren ins Bild treten lässt.      

Die Aussagekraft von Mertas Bildern rührt von einem Verweis auf das Konkrete, das von unnützen Zusatzelementen befreit wird und in seiner Abstrahiertheit unterschiedliche Narrationsketten generiert. Die Titel der Arbeiten werden ebenso schlicht gehalten, um einen möglichst großen Gedankenraum zu schaffen. Als reduziertestes Bild gilt in dieser Hinsicht Lamp II, in dem vor einem schwarz schattierten Hintergrund eine weiße Kugel von der Decke hängt. Handelt es sich bei dem Hintergrund um einen Felsen, ein Gebirge, eine Wand oder eine Mauer, und was ereignet sich am Rande oder hinter dem Horizont? Fragen wie diese definieren gegenwärtige Bedrohungsszenarien, in denen das Unbekannte als Akteur und potenzieller Gefahrenbringer in Erscheinung tritt.           

Walter Seidl

 

Jan Merta, geboren 1952 in Sumperk (CZ), lebt und arbeitet in Prag und České Lhotice (CZ).

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!