Joe Scanlan: Creative Destruction Traveling Salesman Circular Economy

12.03.–12.04.2008

Joe Scanlan
Snowflake No. 644647, 2008

Joe Scanlan
Creative Destruction, 2008
Installation (Vinylfolie auf Wand)

Joe Scanlan
Creative Destruction, 2008
Installation (Vinylfolie auf Wand)

Joe Scanlan
Traveling Salesman, 2006
Aluminium, Presspappe, Melamin, Holz, Pergamin, Museumskarton, Gewebeband, Druckknöpfe, Handelsware
ca. 104 x 182 x 62 cm

Joe Scanlan
Traveling Salesman, 2006
Aluminium, Presspappe, Melamin, Holz, Pergamin, Museumskarton, Gewebeband, Druckknöpfe, Handelsware
ca. 104 x 182 x 62 cm

Joe Scanlan
Ship of Fools, 2004
Holz, PVC, Glas, Keramik, Kleiderbügel, Papier, Kleber, Magnete
215 x 125 x 120 cm

Joe Scanlan
Circular Economy, 2005
DVD, 54 min, Sound

Joe Scanlan
Circular Economy, 2005
DVD, 54 min, Sound

Joe Scanlan: Creative Destruction Traveling Salesman Circular Economy

Eröffnung: Dienstag, 11. März 2008, 19:00 Uhr
Dauer der Ausstellung: 12.03. bis 12.04.2008

Die Galerie Martin Janda zeigt mit Creative Destruction Traveling Salesman Circular Economy von 12. März bis 12. April 2008 die dritte Einzelausstellung des amerikanischen Künstlers Joe Scanlan in Wien. Scanlan, geboren 1961 in Circleville (Ohio, USA), lebt in New York und lehrt an der Yale University School of Art.

Creative Destruction
In einer raumgreifenden Wandarbeit (2008) beschäftigt sich Joe Scanlan mit einem Text des österreichischstämmigen Ökonomen Joseph A. Schumpeter (1883–1950). Die bekannteste Idee Schumpeters, publiziert 1942 in Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, ist die der „Schöpferischen Zerstörung“: Sie besagt, dass im Wirtschaftsleben Altes zu Grunde geht und Neues entsteht. Scanlan wendet diese Theorie über das Wesen des Kapitalismus auf die Kunst an, indem er Schumpeters Text verändert, umschreibt, umstellt sowie Worte und Satzteile hinzufügt. Durch Scanlans Bearbeitung – erkennbar anhand der Verwendung verschiedener Blautöne – wird Schumpeters Text selbst zum Gegenstand des Prozesses schöpferischer Zerstörung. Durch die Übertragung auf die Galeriewände wird er gleichzeitig auch zu einem Bild, in das die Ausstellungsbesucher eintreten, in dem sie sich bewegen und so Text und Raum neu wahrnehmen können.
“Schumpeter is interesting to me because, while he agrees that each succeeding generation needs to contradict and destroy what came before it, he locates this drive not in authorship but in economic survival. Destruction is not an intellectual critique of previous forms and institutions, but a necessary process for making those forms and institutions profitable again. The conventional view of artistic change (the avant garde) is: what can I say that is unique? My view, supported by Schumpeter’s theory, is: what can I do that is profitable?” (Joe Scanlan)

Circular Economy
Die Beschäftigung mit ökonomischen Abläufen wird in der Videoinstallation Circular Economy, 2005 weitergeführt: Dieser Begriff beschreibt ein ökonomisches Konzept, bei dem Firmen für ihre Produktion die Reste oder Abfallprodukte einer anderen Fabrik verwerten. Joe Scanlan zeichnete mit fünf weiteren Künstlern „im Kreis“ und produzierte so einen Animationsfilm, der nun im Untergeschoß der Galerie zu sehen ist.

Traveling Salesman
Mit Traveling Salesman, 2006 einem trag- und ausklappbaren Tisch, der mit ausgewählten Editionen und Publikation des Künstlers bestückt ist, greift Scanlan wie schon in früheren Arbeiten die Idee des Verkaufsdisplays auf. Gerade in Zeiten von Onlineshops und Over night-Shipping wirkt das Bild des Handelsreisenden und seiner Verkaufsutensilien skurril. Traveling Salesman fungiert wie eine Offline-Variante von Scanlans Website www.thingsthatfall.com , über die der Künstler Editionen, Publikationen und Werke vertreibt.