Roman Ondak

03.06.–30.07.2005

Roman Ondak
Passage, 2004
Installation, Tisch, Skulpturen aus Metallfolie
350 x 600 x 90

Roman Ondak
Passage (Detail), 2004
Installation, Tisch, Skulpturen aus Metallfolie
350 x 600 x 90 cm

Roman Ondak
I´m just acting in it, 2004
Serie von 10 Zeichnungen

Roman Ondak
Passage (Inventory of Production), 2004
Serie von 35 Farbfotografien
jedes 20 x 26 cm

Roman Ondak
Interview, 2005
100 x 82 cm

Roman Ondak
Ohne Titel, 2005
Plastikschild, Schnur

Roman Ondak
Ohne Titel, 2005
Plastikschild, Schnur

500 japanische Stahlarbeiter erhielten von Roman Ondak einen Schokoladeriegel, verbunden mit der Bitte, aus der Silberfolienverpackung eine Skulptur zu fertigen. Auf einem übergroßen Tisch im Hauptraum der Galerie Martin Janda platziert Roman Ondak nun hunderte Objekte aus Metallfolie (Passage, 2004): kleine Figuren, absurde Tiere, Würfel, abstrakte Formen. Eine 35-teilige Fotoserie dokumentiert die Entstehung dieser Arbeiten.

Ondaks Werke scheinen auf den ersten Blick einfach konstruiert – nachvollziehbare Vorgangsweisen und klare Ergebnisse. Bei genauer Betrachtung erschließt sich die Vielschichtigkeit von Ondaks Strategie: komplexe Beziehungen, humorvolle Paradoxien, gesellschaftliche Beobachtungen werden in eine klare Sprache gefasst. Bei Passage etwa sind das die spielerische Verwendung des eigenen Produkts, mit dem viele Mitarbeiter niemals in Berührung kommen, die Vorliebe der Japaner für Schokolade und die hierarchische Struktur der japanischen Gesellschaft, aufgezeigt am Beispiel von Nippon Steel. Sobald die Werksdirektion das Projekt genehmigt hatte, gab es eine unglaubliche Bereitschaft von Seiten der Arbeiter, sich an dieser Zusammenarbeit zu beteiligen. Die formale Umsetzung der Handlungsanweisung erfolgte so präzise wie ihre Vorgabe.

Bekannt wurde Ondak, der in Bratislava lebt und arbeitet, durch Interventionen im Ausstellungskontext. Während der gesamten Dauer der Ausstellung Ausgeträumt (2001) parkte er zahlreiche Autos der Marke Skoda an der Rückseite der Wiener Secession. Im Zelt der Kunstmesse „frieze" in London (2004) bildeten sich Warteschlangen vor verschiedenen Orten, den genauen Anweisungen des Künstlers folgend.

Roman Ondak zeigt in seiner Einzelausstellung in der Galerie Martin Janda vom 3. Juni bis 30. Juli 2005 zwei Installationen, eine Wandarbeit, eine Zeichnungs- und eine Fotoserie. Gemeinsamer Hintergrund dieser Arbeiten sind Handlungsanweisungen, die durch Dritte ausgeführt werden. Der Künstler delegiert einen kurzen Moment vor Fertigstellung des Werkes dessen Umsetzung und belässt seine Rolle bei Konzeption und Präsentation.