Transformer. Guillaume Bijl, Kirsten Mosher, Jörg Sasse, Shimabuku

30.10.2000–06.01.2001

Guillaume Bijl, Kirsten Mosher, Jörg Sasse, Shimabuku
Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2000

Guillaume Bijl, Kirsten Mosher, Jörg Sasse, Shimabuku
Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2000

Guillaume Bijl, Kirsten Mosher, Jörg Sasse, Shimabuku
Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2000

Guillaume Bijl, Kirsten Mosher, Jörg Sasse, Shimabuku
Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2000

Guillaume Bijl, Kirsten Mosher, Jörg Sasse, Shimabuku
Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2000

Guillaume Bijl, Kirsten Mosher, Jörg Sasse, Shimabuku
Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2000

Guillaume Bijl, Kirsten Mosher, Jörg Sasse, Shimabuku
Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2000

Guillaume Bijl, Kirsten Mosher, Jörg Sasse, Shimabuku
Ausstellungsansicht, Galerie Martin Janda, 2000

Der Raum Aktueller Kunst Martin Janda zeigt vom 31. Oktober bis 6. Jänner 2001 die Ausstellung Transformer mit Beiträgen von Guillaume Bijl, Kirsten Mosher, Jörg Sasse und Shimabuku.
Im Obergeschoß zeigen wir Fotoportraits von Rudi Molacek von 1985 bis 2000.

Jeden Morgen gegen 5h40 steigt vom Dach des Watari Museums in Tokyo ein Luftballon in den Himmel. Kurz darauf verlassen zweihundert Tauben ihre Käfige und fliegen in den Sonnenaufgang. Anschließend wird den 40 Besuchern im Garten des Museums ein traditionelles japanisches Frühstück serviert. Der japanische Künstler Shimabuku (*1969, Kobe/Japan) untersucht und verschiebt gewohnte Abläufe des täglichen Lebens und baut aus den Ressourcen der Zeit seine eigene Tagesabfolge.

Transformer zeigt unterschiedliche Strategien von Künstlern, sich durch Manipulation, Transformation und Verschiebungen Wirklichkeit in einem engen Bereich neu zu strukturieren. Nicht vordergründig mit dem Anspruch gesellschaftlicher Korrektur, sondern als ganz persönliche Verschiebung um dem engen Bereich der eigenen Erfahrung neue Bedeutung zu geben: Ordnung, Geschichte, Zeit, Beziehung, Bedrohung.

In seinem Film James Ensor in Oostende zeigt Guillaume Bijl (*1946, Antwerpen/B) einen Strandausflug des belgischen Malers. Das frühe Beispiel einer filmischen Dokumentation einer alltäglichen Episode im Leben dieses Künstlers wird erst durch genaue Recherche der historischen Hintergründe als gekonnte Fälschung entlarvt. Guillaume Bijl führt über die Täuschung Beweis über eine Lebensweise des Künstlers, und verbindet diese mit eigenen biographischen Wahrheiten und Wunschvorstellungen. Konstruierte Geschichte wird zur Legitimierung verwendet. Die Übermacht der technischen Möglichkeiten als humorvolle Medienkritik vorgeführt.

Jörg Sasse (*1962, Düsseldorf/BRD) arbeitet mit gefundenen Fotomaterial. Aus einer schier unbegrenzten Anzahl an zurückgegebenen Fotografien aus Entwicklungslabors ausgewählt, konstruiert er eine eigene Form der Wirklichkeit. Persönliche Hinweise werden entfernt, Landschaft geordnet, Bedeutung verschoben. Natur erscheint konstruiert. Beschränkt auf ganz wenige Arbeiten im Jahr setzt Sasse der Bilderflut eine eigene ausschnitthafte Weltsicht entgegen: geordnet, entleert und durch konstruierte Bezüge neu definiert.

Kleine automatische Spielzeugsoldaten mit Autoschablonen am Kopf robben über eine stark befahrene Straßenkreuzung. In Kirsten Moshers (*1963, Lajolla/USA) Video und Zeichnungen bevölkern sonderbare Wesen den Straßenraum: Autos und Videokameras mit Armen und Beinen versuchen den Kampf gegen den Straßenverkehr. Ausgehend von ihrer allernächsten Umgebung versucht Mosher Zivilisationsentwicklungen zu thematisieren und Fehlentwicklungen gegen zusteuern. Der Ohnmacht wird durch die Hilfe aus dem All entgegengewirkt.

Rudi Molacek fotografiert seit Mitte der 80er Jahre Künstlerkollegen und Freunde. Ein wunderbarer Querschnitt aus der Kunstszene seiner Lebensmittelpunkte: Wien und New York. Wenn in Transformer die Wirklichkeit durch Manipulation verändert wird, gelingt dies Rudi Molacek nur durch die Körnung der Ausarbeitung. Ruhe, Entspanntheit und Menschlichkeit ist auch mit dieser minimalen Verschiebung in der Kunstwelt zu konstruieren.