Sikay Tang, Matta Wagnest

08.11.–07.12.1996

Sikay Tang, Matta Wagnest
Ausstellungsansicht, Raum Aktueller Kunst, 1996

Sikay Tang, Matta Wagnest
Ausstellungsansicht, Raum Aktueller Kunst, 1996

Sikay Tang, Matta Wagnest
Ausstellungsansicht, Raum Aktueller Kunst, 1996

Der Raum Aktueller Kunst zeigt vom 8. November bis zum 7. Dezember 1996 drei Videoarbeiten von Sikay Tang und Matta Wagnest.

Sikay Tang wurde in Hong Kong geboren, wuchs in New York auf und lebt in Gent und New York. Sie studierte Bildhauerei und Fotografie an der University of Chicago und arbeitete in der Folge u.a. an Videoprojekten mit dem amerikanischen Filmemacher Spike Lee. In der Ausstellung ist sie mit ihrem 1995 in New York produzierten Video Phrases und einer 1996 in Holland entstandenen Videoinstallation für zwei Monitore vertreten. In ihrer Arbeit thematisiert Sikay Tang die kulturelle Veränderung der verschiedenen chinesischen Gemeinden in aller Welt, von anfänglicher Abschottung dem neuen Lebensraum gegenüber, der Verknüpfung grundverschiedener kultureller Verhaltensweisen, der Assimilierung bis hin zur falschverstandenen Tradierung von Klischees. Anhand dieser beiden Videos ist auch Sikay Tangs formale Entwicklung gut zu sehen. Dominiert in Phrases noch der schnelle, an amerikanische Popvideos erinnernde Schnitt, überwiegt bei der in Holland entstandenen Arbeit die detailreiche Beobachtung.

Von der 1964 in Graz geborenen Matta Wagnest zeigen wir eine Installation der 1994 in Tokio entstandenen Arbeit Watched while Sleeping. Ausgehen von einem Filmprojekt lud sie Menschen zum öffentlichen Entspannen in einer Galerie ein. Jugendliche, die sich eine Nacht zuvor bei einem Rave bis zur vollständigen Erschöpfung verausgabt hatten, zeigten sich neben zufällig vorbeieilenden Passanten als ideale Partner bei diesem Projekt. Ein mit Tatamis, de in Japan traditionell als Fußboden verwendeten Reismatten, ausgelegte Galerieraum wurde zur Schlafstätte umfunktioniert. Die Schlafenden werden beobachtet von Vorbeigehenden und einer Videokamera. Die Installation zeigt die Relikte dieser Aktion auf sieben Monitoren: Tatamis und schlafende Menschen.

Obwohl es in der Arbeit beider Künstlerinnen um eine Annäherung an das große Thema der kulturellen Identität geht, sind sowohl der theoretische Ausgangspunkt und die inhaltliche Ausrichtung als auch die formale Umsetzung eine sehr verschiedene. Die Konfrontation der Arbeiten erlaubt eine differenzierte Analyse dieser unterschiedlichen Verfahren, zeigt den divergenten Blick auf kulturelle Besonderheiten und Verhaltensmuster.