Allen Ruppersberg

12.05.–02.07.1994

Allen Ruppersberg
Ausstellungsansicht, Raum Aktueller Kunst, 1994

Allen Ruppersberg
Ausstellungsansicht, Raum Aktueller Kunst, 1994

Allen Ruppersberg
Ausstellungsansicht, Raum Aktueller Kunst, 1994

Allen Ruppersberg
Ausstellungsansicht, Raum Aktueller Kunst, 1994

Der Kunstverein Raum Aktueller Kunst zeigt vom 11. Mai bis 2. Juli 1994 eine Ausstellung des Amerikanischen Konzeptkünstlers Allen Ruppersberg. Dies ist seine erste Ausstellung in Österreich. Ruppersberg hat in Europa zuletzt im Sommer 1993 an der Ausstellung Sonsbeek 93 in Arnheim, Holland teilgenommen.

Obwohl Allen Ruppersberg bereits fünfzehn Jahre in New York lebt, gilt er als typischer Vertreter der „west-coast“ Konzeptkunst, die als visueller und humorvoller als Projekte der Ostküste (Kossuth, Weiner) gilt. Der Künstler beschäftigt sich in seiner Arbeit mit den unterschiedlichsten Formen von Sprache, wobei die Virtuosität der verborgenen Bedeutungen – vor allem in der Populärkultur – einen großen Stellenwert einnimmt: Filme, Bücher, Plakate etc., und die Geschichte Amerikas in den 40er Jahren, die Übergangsperioden vor und nach dem 2. Weltkrieg und die Entwicklung, Idealisierung und Erosion des Amerikanischen Traums sind wichtige Themen seiner Arbeit.

Ausgehen von amerikanischen Intelligenztests und psychologischen Fragebögen der 40er Jahre, die in hohem Maße auch die politische Richtung der Gesellschaft widerspiegeln, zeigt Ruppersberg in seiner Wiener Ausstellung zwölf großformatige Bildtafeln, die das Verhältnis vom Versuch der objektiven Messung und der gleichzeitigen politischen Einflußnahme thematisieren. In Bezugnahme auf den bereits im Sommer 1993 besuchten Ausstellungsraum, beschäftigt sich Ruppersberg in dieser Arbeit mit dem Problemfeld der Verdoppelung. Die sechs großformatigen, grau gerahmten Siebdruckpaare mit den Images aus Intelligenztest sind an die Wände des Ausstellungsraums gelehnt. An den Wänden befinden sich Fußnoten die auf Beispiele aus Literatur und Psychoanalyse über das Problem „double“, doppeltes Ich, usw. verweisen. Die Bildtafeln als Illustrationenen und die Fußnoten als wissenschaftliche Referenz bilden die Klammer für den imaginären Text – das fehlende oder nicht existente Buch.

Allen Ruppersberg hat diese Installation im Raum Aktueller Kunst selbst eingerichtet.